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Wenn das Urheberrecht zur Lizenz zum Abzocken wird

  • Autorenbild: Markus van KochWerk
    Markus van KochWerk
  • 20. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. März

Man kennt es aus alten Filmen: Jemand kommt vorbei, verbreitet Angst und fordert horrende Summen für „Schutz“. Heute braucht man dafür keine dunklen Gassen mehr, sondern nur noch einen Internetanschluss und eine Anwaltszulassung.


Willkommen in der Welt der Abmahn-Industrie – ein System, das sich anfühlt wie digitale Schutzgelderpressung, nur mit dem Segen des Gesetzgebers.


1. Die moderne „Drückerkolonne“ im Netz

Es geht hier nicht um den Schutz von armen Künstlern. Es geht um knallharte Geschäftsmodelle. Spezialisierte Kanzleien und Firmen durchkämmen das Netz nicht mit der Lupe, sondern mit hochgezüchteten Algorithmen. Diese digitalen Spürhunde suchen nach kleinsten Formfehlern oder uralten Stockfotos auf Unterseiten, die man längst vergessen hat.

Dabei wird nicht unterschieden, ob jemand böswillig klaut oder ein kleiner Handwerker oder Existenzgründer aus Unwissenheit einen Fehler gemacht hat. Das Ziel ist immer dasselbe: Die maximale Einschüchterung.


„Illustration: Erstellt mit Wix AI.“
„Illustration: Erstellt mit Wix AI.“

2. Mafia-Methoden im Nadelstreifenanzug?

Das Vorgehen ist psychologische Kriegsführung:

  • Die Schock-Summe: Forderungen von 3.000 € bis 5.000 € für ein banales Foto, das auf Stock-Portalen für 20 € über den Tisch geht.

  • Der Zeitdruck: Fristen von wenigen Tagen, damit man in Panik gerät und unterschreibt, bevor man klar denken kann.

  • Die „lebenslange Haft“: Die Unterlassungserklärung ist oft so formuliert, dass man sich für Jahrzehnte an drakonische Vertragsstrafen bindet. Ein kleiner Fehler in fünf Jahren – und die Kasse klingelt erneut.


3. Ein System, das das Handwerk ausnutzt

Während wir in der Gastronomie oder im Handwerk jeden Euro hart erarbeiten, wird hier mit standardisierten Massenschreiben Kasse gemacht. Es ist ein Parasiten-Modell: Man wartet darauf, dass ein ehrlicher Unternehmer einen Fehler macht, um dann gnadenlos zuzuschlagen. Die Verhältnismäßigkeit? Komplett über Bord geworfen. Es geht nicht um Gerechtigkeit, sondern um die Optimierung von Anwaltsgebühren auf dem Rücken des Mittelstands.


Mein Fazit als Mietkoch

Ich ziehe die Konsequenz: Bei KOCHWERK BAYERN gibt es nur noch 100 % eigenes Material. Wer sich heute noch an Stockfotos bedient, spielt russisches Roulette mit seinem Bankkonto. Das Urheberrecht ist ein hohes Gut, aber seine aktuelle Ausgestaltung in Deutschland ist für viele zur Spielwiese für moderne Raubritter geworden.

Es wird Zeit, dass der Gesetzgeber diesem Treiben einen Riegel vorschiebt und den Unterschied zwischen echtem Diebstahl und kleinen Formfehlern endlich fair bewertet.


Was sagt Ihr dazu? Habt Ihr auch schon Post von solchen „Spezialisten“ bekommen, die für ein Bild ein kleines Vermögen wollten? Schreibt es mir – lasst uns das Thema öffentlich machen!


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