KI in der Gastronomie
- Markus van KochWerk

- 6. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Intelligenz in der Gastronomie? Längst ist das keine Zukunftsvision mehr. KI-basierte Programme optimieren und automatisieren beispielsweise Betriebsabläufe und Prozesse. Dadurch sparen Gastronomen Zeit, die sie wiederum in andere Tätigkeiten, wie die Betreuung der Gäste oder die Menüplanung investieren können. Aber KI unterstützt nicht nur bei der Prozessoptimierung, sondern noch auf vielen anderen Gebieten. Das Anwendungsfeld von KI ist groß. Wir sorgen für einen Überblick: Fünf KI-Trends, von denen Gastronomen profitieren.
1. KI als digitaler Assistent
Administrative Aufgaben kosten im Gastro-Alltag viel Zeit. Wie wäre es mit einem digitalen Assistenten, der diese Aufgabe übernimmt? Denn KI-Software kann zum Beispiel sehr genau kalkulieren. Delicious Data etwa erzeugt anhand von großen Datenmengen Prognosen über den Warenverbrauch und kann dadurch die Absatzplanung verbessern. Mit KI-basierter Analyse der Speisekarte kann das Unternehmen METRO Gastro Consulting Speisen mit einem hohen Deckungsbeitrag identifizieren und entlang einer psychologischen Lesekurve platzieren, um so den Ertrag des Betriebs zu steigern. Darüber hinaus kann KI die Lagerbestände automatisch überprüfen und auf Lücken hinweisen, damit Gastronomen rechtzeitig Zutaten nachbestellen können. Damit aber nicht genug: Fehlt es Gastronomen an neuen Kochideen, kann die KI auch hier unterstützen und basierend auf dem Warenbestand neue Rezepte oder Menüs vorschlagen. Auch die Personalplanung, die zur Vermeidung von Engpässen gut durchdacht sein will, lässt sich mit KI-basierten Programmen wie QPlaner umsetzen. Anhand von individuellen Betriebs- und Mitarbeiterdaten erstellt die KI-Software Dienst- und Schichtpläne. Einen Schritt vorher steht für Gastronomen auch noch die Personalrekrutierung an. Ansprechende Ausschreibungstexte sind für viele eine Herausforderung. Auch hier helfen KI-Tools wie ChatGPT, die gute Ideen oder sogar ganze Texte liefern.
2. Kundeninteraktion via KI-Chatbot
Kommunizieren in Zukunft vorwiegend KI-Chatbots mit den Restaurantgästen? Nein, natürlich nicht. Die Kommunikation mit den Gästen bleibt eine wichtige Aufgabe der Gastronomen und ihrer Teams. Dennoch können Sprach- und Chatbots helfen, den Kundenservice zu verbessern, indem sie Bestellungen und Reservierungen entgegennehmen oder Empfehlungen aussprechen. Doch nicht nur im Restaurant, auch für die telefonische Kundenbetreuung eignet sich KI. Denn mit KI-gestützter Sprachtechnologie lassen sich zwischenmenschliche Interaktionen nachahmen. Ein Beispiel dafür ist der Sprachbot von foodcall, der die Anliegen der Kunden per Telefonat oder WhatsApp automatisiert aufnimmt und anschließend ans Kassensystem übermittelt. So müssen Mitarbeiter weniger Anrufe entgegennehmen und haben dadurch mehr Zeit für andere Aufgaben.
3. Bilder erstellen mit KI
Die Möglichkeiten zur Bilderstellung sind durch KI scheinbar grenzenlos. KI-Bildgeneratoren wie Midjourney können innerhalb weniger Sekunden neue Bildwelten oder Grafiken erstellen. Auch Gastronomen profitieren von den Anwendungen, können sie so Zeit und Kosten für professionelle Fotoshootings ihrer Menüs oder ihres Gastraums sparen. Aber auch die Optimierung bestehender Bildwelten von Gastrobetrieben mittels KI kann sich lohnen. Denn Suchmaschinen wie Google nutzen Bilderkennungstechnologien, um den Inhalt digitaler Bilder zu identifizieren und einzuordnen. Mit Google Lens können potenzielle Kunden Restaurants dann wiederum finden, wenn sie zum Beispiel nach einem bestimmten Gericht suchen.
4. Mit Hilfe von KI weniger Lebensmittel verschwenden
Viele Gastronomie-Küchen entsorgen täglich Lebensmittel – aufgrund von Fehlkalkulationen oder strengen Hygienevorschriften. Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, können KI-gestützte Tools wie Kitro helfen. Die Software bietet einen genauen Überblick über das Gewicht und die Kosten von Lebensmittelabfällen. Sie hilft Gastronomen, verschiedene Abfallquellen zu identifizieren, betriebliche Ineffizienzen zu beseitigen und Ressourcen besser zu nutzen. Darüber hinaus liefert KITRO Prognosen über den zukünftigen Absatz. Vorteil: Gastronomen können so bedarfsgerecht einkaufen und die Produktion entsprechend planen.
5. KI als Produkttester
Eine digitale Zunge, die schmecken kann? Was nach Science-Fiction klingt, ist mittlerweile Realität. Konnten maschinelle Sensoren lange Zeit nicht mit den menschlichen Geschmacksknospen mithalten, beginnt sich auch diese Lücke durch Erfindungen wie der künstlichen Zunge Hypertaste von IBM langsam zu schließen. Bei Getränken erfasst die KI-Zunge die enthaltenen Moleküle mit Hilfe von kombinatorischer Sensorik. Anschließend vergleicht sie die Ergebnisse per Cloud-Server mit anderen bekannten Flüssigkeiten. So kann die KI zum Beispiel Weine genauso präzise erschmecken wie Weinprofis. Damit könnte die digitale Zunge zukünftig Sommeliers bei ihrer Arbeit zu unterstützen, indem sie beispielsweise Fälschungen erkennt und aus dem Verkehr zieht.




Kommentare